Wednesday, June 28, 2017

Chichen Itza

Chichen Itza war eine bedeutende Maya-Stadt hier auf der Yukatan-Halbinsel. Das hier ist die Pyramide des Kukulkan:
Man darf leider nicht (mehr) hochklettern, nachdem sich einige Touristen mehr als daneben benommen haben, und Botschaften in die Steine geritzt haben, und Teile von Wandmalereien geklaut haben.
Zweimal jedes Jahr, zur Tag-und-Nacht-Gleiche, wandert an der Seite der linken der beiden im folgenden Bild zu sehenden Treppen der Schatten einer Schlange nach unten:
 Unten an den Treppen sind die Schlangenkoepfe zu sehen.
 Von hinten ist die Pyramide nicht so gut restauriert.
 Das hier ist der Ballspielplatz. Es spielten wohl zwei Mannschaften zu je 7 Spielern gegeneinander, davon 6 Feldspieler, und ein Kapitaen. Die Kapitaene spielten auf den schmalen Plattformen ueber den Schraegen Waenden ganz unten, und versuchten, den Ball mit der Huefte durch den ganz oben an der Mauer befestigten Ring zu befoerdern.
Das hier ist so ein Ring, ein normaler Fussball wuerde vermutlich geradeso durchpassen. Platz fuer die Zuschauer war uebrigens nur ganz oben auf den hohen Mauern, echte Zuschauertribuenen oder sowas gab es nicht.
 An den Ecken wacht er hier ueber das Spiel:
 Das hier ist ein Tempel, der auf eine der Mauern gebaut wurde.
 Die Schraegen selbst sind mit vielen, sehr detaillierten Reliefs verziert. Der Kapitaen der Gewinnermanschaft wurde uebrigens dann den Goettern geopfert, denn die Goetter sollen nur die besten erhalten.
 Das war wohl ein Opfer-Altar in Form eines Jaguars.
Jaguar-Tempel, in dem der Opfer-Altar steht, kann man an der Decke noch die Original-Farben der Reliefs erkennen.
 Das hier ist ein weiterer Tempel auf dem Gelaende von Chichen Itza, der von unzaehligen Saeulen flankiert ist, worauf sich wohl frueher eine Gewoelbe-Decke befand.
 Ganz oben auf dem Tempel findet sich er hier:
 Direkt neben der grossen Pyramide sind bei Ausgrabungen weitere Strukturen gefunden worden.
 Ueberall im Wald um die Tempel herum liegen weitere Steine.
 Und wilde Tiere gibt's natuerlich auch.
Als Besucher muss man sich durch lange Reihen an Staenden kaempfen, an denen (meist) Maya versuchen, allerlei Schnickschnack zu verkaufen. "Just one Dollar, Lady, only one Dollar! Look, Madam, one Dollar only!" Sehr nervig!
Ich habe leider keinen wirklich guten Guide erwischt. Er ist Maya, ist Archaeologe (taeglich 4h Bauwerke rekonstruieren und 1 Fuehrung), konnte richtig gut Englisch (ist wohl in Los Angeles zur Schule gegangen und hat dort studiert), aber er war furchtbar langsam (ich war die einzige Nicht-Englisch-Muttersprachlerin in der Gruppe, habe aber trotzdem jedes Wort problemlos verstangen), er hat nach jedem Halbsatz gefragt, ob wir ihm noch folgen koennen und auf Bestaetigung gewartet, und er hat sich ewig lang in irgendwelcher Zahlen- und Formenmystik aufgehalten. Dabei hatten wir leider nur etwa 2 Stunden Zeit auf dem Gelaende. Und ausser der grossen Pyramide und dem Ballspielplatz mit dem Tempel des Jaguar (was alles nicht mehr als 200m auseinander liegt) haben wurde uns leider nichts gezeigt. Schade. Ich bin in den letzten verbleibenden 15 Minuten nochmal ueber das Gelaende gerast und habe schnell noch ein paar Fotos gemacht.

Ich vermute stark, dass Chichen Itza viel, viel groesser ist, als was wir gezeigt bekommen haben. Von daher war ich leider auch nicht so beeindruckt wie von Tikal. Auch die Vegetation ist ganz anders, sehr viel trockener, auch einzelne Kakteen-Pflanzen waren zu sehen, also weit weniger "Dschungel" als Tikal.

Aber andererseits: es war richtig, richtig warm und sonnig mit sehr wenig Wind, ich habe es nur mit Regenschirm umfunktioniert zum Sonnenschirm einigermassen ausgehalten.

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